Shopify ist schnell aufgesetzt – und schnell falsch aufgesetzt
Das System nimmt Ihnen viel Technik ab. Dafür setzt es Grenzen, die man kennen muss, bevor man den Shop baut, und nicht danach.
Shopify ist für viele Schweizer Händler die pragmatische Wahl: gehostet, stabil, mit funktionierendem Kassenprozess und einer grossen Erweiterungslandschaft. Die Kehrseite sind Vorgaben, die sich nicht verhandeln lassen – bei URL-Strukturen, bei der Behandlung von Filtern, bei der Mehrsprachigkeit. Wer sie kennt, baut den Shop von Anfang an so, dass Sichtbarkeit möglich ist. Wer sie erst nach dem Launch entdeckt, zahlt für Umbauten. Wir begleiten beide Fälle.
Kategorien vor Produkten
Auch bei Shopify liegt die Nachfrage auf den Sammlungsseiten. Sie brauchen eigenständigen Inhalt, nicht nur ein Produktraster.
Filter und Tags im Griff
Shopify erzeugt über Tag- und Filterkombinationen schnell indexierbaren Ballast. Das gehört gesteuert.
Feste URL-Muster akzeptieren
Die vorgegebenen Pfadsegmente lassen sich nicht entfernen. Man kann damit sauber arbeiten – aber nur, wenn man es einplant.
Schweizer Rahmenbedingungen
CHF-Preise, Schweizer Zahlungsarten, Versand und Zoll, Mehrwertsteuerausweis – korrekt eingerichtet und korrekt ausgezeichnet.
Apps kritisch prüfen
Jede Erweiterung lädt Code. Wir sichten den Bestand und entfernen, was Ladezeit kostet, ohne Nutzen zu bringen.
Was Shopify vorgibt – und was das bedeutet
Shopify legt bestimmte URL-Muster fest, die sich nicht ändern lassen. Produkte sind zusätzlich über Sammlungspfade erreichbar, was ohne saubere Kanonisierung dieselbe Seite mehrfach adressierbar macht. Das ist beherrschbar, muss aber bewusst eingerichtet werden.
Ähnliches gilt für Tags. Sie sind praktisch für die interne Organisation und erzeugen zugleich Seiten, die indexiert werden können. In grösseren Shops entstehen so schnell Tausende URLs mit nahezu identischem Inhalt – ein Crawl-Budget-Problem und eine Quelle interner Konkurrenz.
Die Konsequenz ist keine Systemkritik, sondern eine Aufgabenliste: Kanonisierung prüfen, Indexierung von Tag- und Filterseiten bewusst entscheiden, interne Verlinkung so führen, dass die tragenden Sammlungsseiten gestärkt werden.
Der Schweizer Teil
Ein Shop, der den Schweizer Markt bedient, hat Anforderungen, die über die Sprache hinausgehen. Sie betreffen den Kassenprozess ebenso wie die Auszeichnung nach aussen.
- ✓Preise in CHF mit korrekter Mehrwertsteuerangabe und -logik
- ✓Schweizer Zahlungsarten, die Kunden tatsächlich erwarten
- ✓Versandregeln und, bei grenzüberschreitendem Handel, klare Zollangaben
- ✓Lieferzeiten realistisch angegeben – ein häufiger Abbruchgrund
- ✓Strukturierte Daten mit korrekter Währung und Verfügbarkeit
- ✓Rechtstexte nach Schweizer Recht statt übernommener deutscher Vorlagen
Bestehenden Shop übernehmen oder neu bauen
Wir übernehmen bestehende Shops häufiger, als wir neue bauen. Der Grund ist wirtschaftlich: Ein laufender Shop hat Rankings, Bewertungen und Verlinkungen, die ein Neubau gefährdet.
Wir beginnen deshalb mit einer Bestandsaufnahme – Ladezeit, App-Bestand, Sammlungsstruktur, Indexierungszustand, Datenqualität – und leiten daraus ab, was sich mit vertretbarem Aufwand verbessern lässt. Ein Neuaufbau kommt zur Sprache, wenn das Theme technisch am Ende ist oder die Struktur dem heutigen Sortiment grundlegend widerspricht. Auch dann sichern wir zuerst die vorhandene Sichtbarkeit ab.
Häufige Fragen
Nein, aber unflexibler. Was man an technischer Freiheit verliert, gewinnt man an Stabilität und Wartungsfreiheit. Für die meisten Schweizer KMU-Shops ist das ein guter Tausch.
Es zählt nicht die Anzahl, sondern der geladene Code. Wir messen den Beitrag jeder App zur Ladezeit und entfernen, was mehr kostet als es bringt. Oft lassen sich zwei bis drei Apps durch eine Anpassung im Theme ersetzen.
Ja, mit den Bordmitteln oder über eine Erweiterung. Entscheidend ist eine saubere hreflang-Auszeichnung und die Bereitschaft, Sammlungsseiten vollständig zu übersetzen – Teilübersetzungen schaden mehr, als sie nützen.
Ja, in Abstimmung mit Ihrem Team oder Ihrer bestehenden Agentur. Häufig übernehmen wir SEO und Datenqualität, während die Gestaltung bei Ihrem Partner bleibt.
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