SEO & GEO Glossar · 29. April 2026
Facettennavigation: Wie aus 200 Produkten 50'000 URLs werden
Facettennavigation ist die Filterung eines Sortiments nach mehreren Eigenschaften gleichzeitig – Grösse, Farbe, Marke, Preis, Verfügbarkeit. Für Nutzer ist sie unverzichtbar. Für Suchmaschinen ist sie die häufigste Ursache unkontrollierter URL-Mengen.
Das Mengenproblem
Fünf Filter mit je fünf Werten ergeben rechnerisch über dreitausend Kombinationen – multipliziert mit Sortierungen und Seitenzahlen schnell ein Vielfaches davon. Werden diese URLs frei indexiert, verbrauchen sie Crawl-Budget, konkurrieren untereinander und verwässern die eigentliche Kategorieseite.
Die Entscheidung pro Filtertyp
Nicht alle Filter sind gleich zu behandeln. Massgeblich ist, ob für die gefilterte Ansicht eigenständige Nachfrage besteht.
| Filtertyp | Nachfrage vorhanden? | Behandlung |
|---|---|---|
| Marke | Meist ja | Indexierbar, mit eigenem Inhalt |
| Kategorie-Untergruppe | Meist ja | Indexierbar, als eigene Seite führen |
| Farbe | Manchmal | Einzeln prüfen |
| Grösse | Selten | Ausschliessen |
| Preisspanne | Selten | Ausschliessen |
| Sortierung | Nie | Ausschliessen, kanonisieren |
| Mehrfachkombinationen | Nie | Ausschliessen |
Wie man ausschliesst
Für Kombinationen, die gar nicht erst abgerufen werden sollen, eignet sich eine Sperrung per robots.txt über Parametermuster. Für Seiten, die abrufbar bleiben, aber nicht ranken sollen, ist noindex richtig. Für Varianten derselben Seite ist die Kanonisierung auf die tragende Kategorieseite die passende Lösung.
Wichtig ist, beides nicht zu vermischen: Eine per robots.txt gesperrte Seite kann Google nicht abrufen und das darin gesetzte noindex nicht lesen.
Indexierbare Filterseiten richtig bauen
Wenn eine gefilterte Ansicht ranken soll, braucht sie mehr als eine Produktliste: eine eigene Überschrift, einen einleitenden Text, der die Auswahl einordnet, eine eigene Meta-Angabe und eine saubere interne Verlinkung. Ohne diese Elemente ist sie eine Dublette der Kategorieseite.
Interne Verlinkung
Filterlinks sollten nicht als reguläre, crawlbare Verweise ausgeliefert werden, wenn die Zielseite ohnehin ausgeschlossen wird. Sonst verteilen sie internes Gewicht auf Seiten, die nie ranken. Für ausgeschlossene Filter ist eine Umsetzung sinnvoll, die keinen crawlbaren Link erzeugt.
Häufige Fragen
- Woher weiss ich, ob für einen Filter Nachfrage besteht?
- Über Suchvolumendaten für Schweizer Begriffe, über die Search Console und über die interne Suche des Shops.
- Wie viele Filterseiten sollten indexiert sein?
- So wenige wie möglich, so viele wie nötig. In der Praxis genügen meist Marken- und Untergruppenfilter.
- Was tun, wenn bereits Tausende Filterseiten im Index sind?
- Schrittweise ausschliessen, beginnend bei den Kombinationen ohne Nachfrage. Ein abrupter Massenausschluss kann kurzfristig Sichtbarkeit kosten.
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