SEO & GEO Glossar · 29. Juni 2026
hreflang: Mehrsprachigkeit ohne Selbstbeschädigung
hreflang teilt Suchmaschinen mit, welche Sprachfassung für welches Publikum bestimmt ist. Falsch gesetzt richtet es mehr Schaden an, als es nützt – und falsch gesetzt ist es in der Praxis fast immer.
Wofür es gut ist
Ohne hreflang muss Google raten, welche Fassung es einer suchenden Person zeigt. Mit hreflang wird die Zuordnung eindeutig, und die Fassungen konkurrieren nicht gegeneinander – sie gelten als Varianten desselben Inhalts.
Wichtig: hreflang ist kein Rankingfaktor. Es verhindert Fehlzuordnungen und Selbstkonkurrenz, verbessert aber keine Position.
Die Grundregeln
- Jede Fassung listet alle Fassungen auf, einschliesslich sich selbst
- Die Verweise müssen wechselseitig sein – fehlt der Rückverweis, wird die Angabe ignoriert
- Absolute URLs verwenden, keine relativen
- Sprachcode nach ISO 639-1, optional mit Ländercode nach ISO 3166-1
- Eine x-default-Angabe für alle nicht abgedeckten Fälle
Der Schweizer Fall
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| de-CH | Deutsch für die Schweiz |
| fr-CH | Französisch für die Schweiz |
| it-CH | Italienisch für die Schweiz |
| de-DE | Deutsch für Deutschland – nur bei eigener Fassung sinnvoll |
| en | Englisch ohne Länderbezug, für internationales Publikum |
Wer nur eine deutsche Fassung betreibt und den Schweizer Markt bedient, sollte de-CH auszeichnen. Der Unterschied zu de-DE ist nicht kosmetisch: Er beeinflusst, in welchem Länderindex die Seite bevorzugt ausgespielt wird.
Der teuerste Fehler
Die automatische Weiterleitung nach Herkunftsland. Sie wirkt hilfreich und verhindert, dass Suchmaschinen alle Fassungen erfassen: Der Crawler kommt aus einem bestimmten Land und sieht deshalb nur eine Version. Die übrigen Sprachfassungen werden schlicht nie indexiert.
Richtig ist ein Hinweis mit Auswahlmöglichkeit – ein Banner, das die passende Fassung vorschlägt und die Entscheidung bei der Person lässt.
Teilübersetzungen
Ein häufiger Zwischenzustand: Die Startseite und drei Leistungsseiten sind übersetzt, der Rest nicht. Das ist die schlechteste aller Varianten, weil Nutzer aus der übersetzten Fassung in eine fremdsprachige Sackgasse laufen.
Besser ist ein bewusst kleinerer, aber vollständiger Sprachbereich: ein abgegrenzter Teil der Website, vollständig übersetzt, sauber verlinkt und mit hreflang nur für diesen Teil. Was nicht übersetzt ist, wird auch nicht ausgezeichnet.
Häufige Fragen
- Wo gehört hreflang hin?
- In den Kopfbereich der Seite, in die XML-Sitemap oder in den HTTP-Header. Eine Methode konsequent, nicht mehrere gemischt.
- Reicht eine maschinelle Übersetzung?
- Als Grundlage ja, ungeprüft nein. Fachbegriffe und Ortsangaben brauchen eine menschliche Kontrolle, sonst entstehen Formulierungen, nach denen niemand sucht.
- Brauchen wir für Deutschland eine eigene Fassung?
- Nur, wenn sich Inhalte tatsächlich unterscheiden – etwa Preise, Rechtsangaben oder Lieferbedingungen. Zwei identische Fassungen mit unterschiedlichem Ländercode bringen nichts.
Diesen Hebel für dein Wachstum nutzen?
Wir setzen SEO- und GEO-Strategien um, die messbar wirken. Sichere dir ein kostenloses Erstgespräch.